Haus L am See

Das Wohnhaus für eine junge Familie ist auf einem außergewöhnlichen Seegrundstück mit einem begrenztem Bauraum entstanden. Der kleine Bauraum wird nicht als Einschränkung verstanden, sondern als Ausgangspunkt für ein konzentriertes, fein austariertes Raumgefüge. Der kompakte Baukörper organisiert das familiäre Leben vertikal und schafft auf geringer Grundfläche eine überraschende räumliche Großzügigkeit.

  • Die Architektur setzt sich im Inneren nahtlos fort. Innenarchitektur ist hier kein nachträgliches Hinzufügen, sondern integraler Bestandteil des räumlichen Konzepts. Wände werden zu Möbeln, Möbel zu Architektur. Maßgefertigte Einbauten strukturieren die Räume, definieren Nutzungen und schaffen Stauraum, ohne die Offenheit der Grundrisse zu beeinträchtigen. Sitzfenster und Arbeitsflächen sind Teil der Struktur und nutzen jede Nische mit Selbstverständlichkeit. Räume entstehen weniger durch Wände als durch Blickbeziehungen, Licht und Materialität. Die kleine, wendelnde Treppe verbindet die Ebenen leise und selbstverständlich, begleitet von Tageslicht und Ausblicken in die Landschaft. Der See wird so zum ständigen Begleiter des Alltags – sichtbar beim Arbeiten, Sitzen, Innehalten.

    Die Öffnungen des Hauses sind präzise gesetzt und auf den See ausgerichtet. Große Fenster lassen Licht in das Gebäude fallen und rahmen den Blick auf Wasser, Himmel und Bäume. Der vorhandene Baumbestand bildet einen natürlichen Filter zwischen Haus und Umgebung – ein Wechselspiel aus Nähe und Distanz, Offenheit und Geborgenheit.

    Zwei Ebenen im Untergeschoss erweitern das Raumangebot, zudem werden hier die technischen Funktionen des Hauses aufgenommen. Die angrenzende Garage organisiert die Stellplätze vertikal: In einem Autoaufzug werden drei Fahrzeuge übereinander gestapelt. Diese Verdichtung im Verborgenen bewahrt die Oberfläche des Grundstücks vor Versiegelung und ermöglicht eine offene, ruhige Landschaft bis an das Wasser.

    In seiner Materialität zeigt sich das Haus bewusst zurückhaltend. Die vergraute Holzfassade, das geneigte Dach und die ruhige Gliederung betten den Baukörper in die Landschaft ein. Die Architektur drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern wird Teil des Ortes. Sie schafft einen stillen, zeitlosen Rahmen für das Leben einer jungen Familie am See – reduziert, präzise und von der Natur getragen.



    Leistungsphasen: 1-5 HOAI und künstlerische Bauüberwachung
    Projektleitung: Helena Wallander

    Innenräume: Stephanie Thatenhorst

    Baubeginn: Frühjahr 2023
    Fertigstellung Frühjahr 2025

    Fotos: Célia Uhalde

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