Haus RO in München
Das Einfamilienhaus zeigt sich mit einer klaren Gebäudeform und einer bewusst reduzierten Materialität. Die vertikale Holzfassade verleiht dem Baukörper eine warme, fein strukturierte Erscheinung, während der massive Betonsockel einen ruhigen, robusten Kontrast bildet. Großzügige Verglasungen öffnen die Wohnbereiche zum Garten und schaffen einen selbstverständlichen Übergang zwischen Innen und Außen. Über alle Geschosse hinweg setzt sich dieser Dialog fort und spiegelt sich in der klaren, durchgängigen innenarchitektonischen Gestaltung wider.
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Die Kubatur nutzt die ihr zur Verfügung stehende Grundstücksfläche bestmöglich aus, gleichzeitig lässt die äußere, zurückhaltende Erscheinung die tatsächliche räumliche Großzügigkeit des Gebäudes nicht unmittelbar erahnen. So entsteht ein spannungsvolles Verhältnis äußerer Maßstäblichkeit und innerer großzügiger Raumwirkung.
Im Inneren folgt das Haus einer ruhigen, konsequenten Gestaltung. Holz prägt dabei nicht nur Möbel und Einbauten, sondern die Architektur selbst. Maßgefertigte Schreinerarbeiten schaffen eine durchgängige räumliche Ordnung, in der Funktionen selbstverständlich integriert sind. Präzise gesetztes Tageslicht verleiht den Räumen Tiefe und eine warme, wohnliche Atmosphäre und bestimmt den zurückhaltenden Charakter des Hauses.
Der offene Wohnbereich wird durch wenige, sorgfältig gesetzte Elemente gegliedert. Im Zentrum steht die Küche mit ihrer monolithischen Natursteininsel, die einen bewussten Kontrast zu den warmen Holztönen bildet. An der zentralen Treppe begleitet eine filigrane Holzlamellenstruktur den Aufstieg, welche die Bereiche zoniert und trotzdem die räumliche Offenheit bewahrt. Entlang dieser Lamellenstruktur entwickelt sich die räumliche Abfolge des Hauses. Sie führt vom Weinkeller über die Wohnküche und die Spielgalerie bis hin zum großzügigen Schlaf- und Wohnbereich der Eltern im Dachgeschoss.
Die nachhaltige energetische Versorgung des Hauses erfolgt durch ein in das Stehfalzblech zurückhaltend integriertes PV-Dachsystem sowie durch die Nutzung von Erdwärmesonden mit Tiefenbohrungen und wird ergänzt durch eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Leistungsphasen: 1-5 HOAI und künstlerische Bauüberwachung
Projektleitung: Franz Jehle
Innenräume: Jacob und Spreng Architekten durch Helena WallanderFertigstellung: Frühjahr 2026
Fotos: © Simon Burko